Presseaussendung des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark

RAUCHMELDER RETTEN MENSCHENLEBEN: Jedes Todesopfer ist um eines zu viel.

Alljährlich um die Advent- und Weihnachtszeit - wie auch zum Jahreswechsel - ereignen sich zahlreiche Brände. Meist entstanden durch Unachtsamkeit und unsachgemäßen Umgang mit Kerzen. Aus aktuellem Anlass wiederholt der Landesfeuerwehrverband Steiermark seine dringliche Warnung hinsichtlich eines erhöhten Brandaufkommens - speziell in der Vorweihnachtszeit.

In der Adventzeit des Vorjahres - bis hin zu Silvester - waren, so die Aufzeichnungen im Landesfeuerwehrverband,  für die Feuerwehren steiermarkweit über 50 Brandeinsätze zu verzeichnen.

Bis zum heutigen Tag gibt es in der Steiermark alleine im Dezember bereits drei Todesopfer zu beklagen. Jedes einzelne Schicksal ist um eines zu viel. Rauchwarnmelder in der Wohnung (im Haus) verringern das Risiko einer unbemerkten Brandausbreitung enorm, weil sie rechtzeitig Alarm geben.

Rauchwarnmelder verringern Risiko  einer unbemerkten Brandausbreitung

Jedes Jahr sterben 20 bis 30 Menschen in Folge von Bränden in privaten Haushalten. In den wenigsten Fällen sind Verbrennungen die Ursache. Die meisten Menschen erleiden, bevor die Flammen sich ausbreiten, eine Rauchgasvergiftung. Bereits wenige Atemzüge genügen für eine tödliche Dosis Rauchgas. So kommt es immer wieder vor, dass Menschen der Tod im Schlaf ereilt.

Damit diese letzten Tage im Dezember nicht durch noch mehr Brände überschattet werden, welche möglicherweise durch Unachtsamkeit ausgelöst wurden, erinnert der Landesfeuerwehrverband Steiermark erneut zum sorgsamen Umgang mit Kerzen. „Gerade in der Advent- und Weihnachtszeit werden die Feuerwehren vermehrt zu Brandeinsätzen alarmiert, die im Besonderen auch durch nicht ausgelöschte Kerzen verursacht wurden", erklärt Bundesfeuerwehrpräsident und Landesfeuerwehrkommandant der Steiermark, Landesbranddirektor Albert Kern.

Erkenntnisse belegen, dass Menschen bei einem Brandgeschehen nur kurze Zeit zur Flucht verbleibt. Betroffene haben in dieser Situation (vor allem in den Nachtstunden) nur dann eine Chance, wenn sie entsprechend gewarnt werden. Schon nach zwei bis drei Minuten kann eine Rauchgasvergiftung folgenschwer enden. Mitunter tödlich, wie die traurige Dezemberbilanz mit Todesopfern in Laßnitzhöhe, Graz und Frohnleiten aktuell zeigt. Technische Einrichtungen in Form von Rauchwarnmeldern sind im konkreten Fall die einzige Möglichkeit, diese Gefahr zu reduzieren.

Mit Hilfe von Rauchwarnmeldern werden Brände frühzeitig erkannt. Ein Alarm mit lautstarkem Ton wird ausgelöst und ist - nebst in den eigenen vier Wänden - oft auch in anliegenden Wohnbereichen bzw. Wohnungen noch gut zu hören. Diese Warnfunktion ist vor allem in der Nacht von größter Bedeutung. Rauchmelder erfassen die Konzentration der Rauchpartikel in der Luft. Über ein fotooptisches Verfahren wird Streulicht gemessen, das durch die Partikel verursacht wird. Bei Erreichen einer bestimmten Dichte wird ein lauter Alarmton ausgelöst.

So bekräftigt auch Dipl. Ing. Herbert Hasenbichler, Geschäftsführer der Landesstelle für Brandverhütung in der Steiermark, die Notwendigkeit und vor allem Sinnhaftigkeit von Rauchwarnmeldern: „Eine effektive Brandfrüherkennung ist nur durch ordnungsgemäß installierte Rauchwarnmelder gegeben. Durch die Installation eines Rauchwarnmelders in Wohnungen ist gewährleistet, dass der Brand frühestmöglich erkannt wird, sodass Personen noch rechtzeitig die verrauchte Wohnung verlassen können“. Auch Albert Kern, Österreichs oberster Feuerwehrmann, ist davon überzeugt, dass „Rauchwarnmelder bei den letzten Brandunglücken ohne Zweifel dazu beigetragen hätten,  das Schlimmste zu verhindern“.

Die „kleinen Lebensretter“ gibt es günstig im guten Fachhandel bzw. in Baufachmärkten zu kaufen  - und passen „als Weihnachtsgeschenk sicher sehr gut unter den Christbaum“.

 

Wichtige Kriterien, die man beim Kauf eines Rauchmelders beachten soll:

§  Prüfzeichen: Hinweis, dass der Rauchmelder den erforderlichen Normen entspricht (ÖNORM EN 14604)

§  Rauchwarnmelder sind regelmäßig auf Ihre Funktion zu überprüfen. Achten Sie daher auf möglichst lange Prüfintervalle.

§  Einfache Montagemöglichkeit und Gebrauchsanleitung

§  Lange Lebensdauer (Garantie)

Brandschutzexperten plädieren daher vehement für die verpflichtende Montage von Rauchwarnmeldern in allen Haushalten. Diese erkennen Rauchkonzentrationen frühzeitig und warnen durch einen pulsierenden Ton die Bewohner zu einem Zeitpunkt, zu dem die Flucht aus dem Gefahrenbereich noch möglich ist.

 

Nochmals die Empfehlungen des Landesfeuerwehrverbandes laut Presseinformation vom 8.12.2013:

 

Kerzen und Adventkranz.

§  Brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen (auch nicht kurz) und nur in standfesten Kerzenständern verwenden.

§  Lassen Sie den Adventkranz nicht aus den Augen, wenn Sie die Kerzen entzün­den. Sollte eine Kerze zu weit abbrennen, können Sie im Ernstfall sofort eingreifen.

§  Je trockener bzw. dürrer Zweige sind, desto höher wird die Brandgefahr. (Auf das „Nadeln“ achten).

 

Christbaum.

§  Es wird empfohlen, den Christbaum möglichst lange im Freien stehen zu lassen, um ein frühzeitiges Austrocknen desselben zu verhindern.

§  Die Aufbewahrung im Innen­bereich sollte bis zur Aufstellung in einem mit Wasser gefüllten Topf oder Kübel er­folgen, so bleibt der Baum länger frisch.

§  Die Verwendung von standsicheren, eventu­ell mit Wasser gefüllten Weihnachtsbaumständern, wird angeraten.

§  Sorgen Sie beim Aufstellen des Weihnachtsbaumes für einen Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm zu brennbaren Materialen wie Vorhang etc. Halten Sie auch einen genügenden Abstand zum Heiz­körper ein.

§  Am Christbaum echte Kerzen immer senkrecht befestigen und genügend Abstand zu den Zweigen halten.

§  Stellen Sie den Weihnachtsbaum so auf, dass Ihnen im Falle eines Brandes das rasche Verlassen des Raumes ungehindert möglich ist. Ein Verzicht auf brennbare Stoffe wie Papier, Watte, Zelluloid und Zellwolle, wie auch von Spritzkerzen,  ist von Vorteil.

§  Bei elektrischen Lichterketten ist darauf zu achten, dass Steckdosen nicht überlastet werden. Vor Inbetriebnahme Anschlüsse und Kabel sorgfältig kontrollieren. Bei Schäden die Kette nicht mehr benutzen, es besteht die Gefahr eines Kurzschlusses.

§  Vorgaben des Herstellers beachten.

§  Nur entsprechend sicherheitsgeprüfte elektrische Lichterketten aus dem Fachhandel verwenden.

 

Hilfreiche Tipps.

§  Lassen Sie brennende Wachskerzen niemals unbeaufsichtigt. Dürre Bäume brennen wie Zunder, der Abbrand erfolgt mit rasanter Geschwindigkeit. Daher bald entfernen, keinesfalls mehr die Kerzen anzünden. Immer einen Feuerlöscher bzw. Eimer mit Wasser in der Nähe bereithalten.

§  Rauchwarnmelder in der Wohnung (im Haus) verringern das Risiko einer unbemerkten Brandausbreitung enorm, weil sie rechtzeitig Alarm geben. Die „kleinen Lebensretter“ gibt es günstig im Fachhandel.

 

Besondere Vorsicht ist geboten!

§  Wer mit Kindern feiert, sollte diesen die Gefahr, die vom Feuer ausgeht, unbedingt ver­deutlichen. Feuerzeuge und Streichhölzer sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt sein.

§  Kinder über das richtige Verhalten im Brandfall informieren (z.B. Notruf absetzen).

 

Im Falle des Falles - Ruhe bewahren - Notruf 122.

§  Mit Wasser oder Feuerlöscher sofort löschen.

§  Wenn der Löschversuch misslingt, den Raum - die Wohnung - das Haus sofort verlassen, Türen zum Brandraum schließen, Feuerwehr alarmieren (Notruf 122), Mitbewohner bzw. Nachbarn warnen, Feuerwehrkräfte an markanter Stelle (z. B. beim Haustor) erwarten und einweisen.

 

Silvester.

Viele Steirerinnen und Steirer werden auch heuer den Jahreswechsel mit Böllerkrach und Feuerwerk begrüßen. Durch falsche Gefahreneinschätzung ereignen sich österreichweit jedes Jahr zahlreiche Unfälle und Brände.

§  Achten Sie auf gesetzliche Bestimmungen/Einschränkungen zur Verwendung von Feuerwerkskörpern (nicht überall darf „gefeuert“ werden!) wie auch auf deren entsprechende Altersfreigaben.

§  Kinder auf die Gefahren beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern hinweisen.

§  Feuerwerkskörper keinesfalls in der Nähe von Öfen, Heizkörpern oder  Kleidungsstücken aufbewahren.

§  Schließen Sie in der Silvesternacht sämtliche Fenster, Türen, Dachluken etc. Ihres Hauses bzw. Ihrer Wohnung. Balkon von brennbaren Gegenständen leerräumen.

§  Feuerwerk ausschließlich im Freien mit ausreichendem Abstand zu Menschen, Tieren, Gebäuden und Hecken bzw. Bäumen abbrennen.

§  Pyrotechnische Gegenstände keinesfalls in offene Türen und Fenster oder auf Dächer werfen!

§  Wunderkerzen von Kindern nur unter Aufsicht und im Freien abbrennen lassen.

§  Im Falle, dass Feuerwerkskörper nicht zünden oder versagen, nicht nachkontrollieren oder nachzünden, sondern mit Wasser übergießen, um unkontrolliertes Zünden zu verhindern.

 

Im Falle des Falles - Ruhe bewahren - Notruf 122 wählen.