Lebensrettende Sofortmaßnamen

Bei jedem Unfall oder im Katastrophenfall kann es zu lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen kommen.

Um in so einer Situation den Betroffenen richtig helfen zu können sind umfangreiche Erste-Hilfe-Kenntnisse notwendig.

Bei Unglücksfällen zu helfen ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine gesetzliche Pflicht.

Der Ablauf einer Hilfeleistung kann wie eine Kette, die aus fünf Gliedern besteht, gesehen werden. Die einzelnen Maßnahmen dienen dem Ziel, einem betroffenen bereits am Unfallort die notwendige Hilfe zu leisten und sicherzustellen, dass er innerhalb kürzester Zeit in ärztliche Behandlung gelangt.

 

 

Die Rettungskette:

1. Lebensrettende Sofortmaßnahmen
2. Notruf 
3. Weitere erste Hilfe
4. Sanitätshilfe und Transport
5. Ärztliche Behandlung
 

 

Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Gefahrenzone = Bergung
Bewusstlosigkeit = Stabile Seitenlage
Atemstillstand = Beatmung
Kreislaufstillstand = Beatmung + Herzdruckmassage
Starke Blutung = Blutstillung
Schock = Schockbekämpfung
 
 



Absichern und Bergen
Liegt eine Gefahrenzone vor, d.h. besteht Gefahr für den Verunglückten und den Helfer (z.B. Brand-, Explosions- oder Einsturzgefahr, bei Verkehrsunfällen Gefahr von weiteren Unfällen), dann ist der Verunglückte rasch und schonend aus dem Gefahrenbereich durch WEGZIEHEN oder WEGTRAGEN zu bergen. Die Bergung aus einem Fahrzeug erfolgt am besten mit dem RAUTEK-GRIFF.
Bei Verkehrsunfällen ist die Unfallstelle durch Aufstellen eines Pannendreiecks anzuzeigen. Auf Freilandstrassen: ca. 100-150 m (bei 100 km/h). Auf Autobahnen: ca. 200-250 m (bei 130 km/h). Weitere Warneinrichtungen: Warnblinkanlage, Warnleuchte einschalten!!



Richtige Lagerung

Wenn ein Mensch auf Ansprechen, Berühren und auf Schmerzreize nicht situationsgerecht reagiert, aber Atmung und Kreislauf erhalten sind, dann ist er bewusstlos. Es fehlen das Bewusstsein, die Muskelspannung und die lebenswichtigen Abwehrreflexe.
Ein Bewusstloser befindet sich, verbleibt er in Rückenlage, in Lebensgefahr. Durch Fremdkörper, Erbrochenes oder das Zurücksinken der Zunge können die Atemwege verlegt sein. Es droht der Erstickungstod! Der Bewusstlose ist sofort in die STABILE SEITENLAGE zu bringen:
Kopf des Bewusstlosen nackenwärts überstrecken und das Gesicht dem Boden zuwenden, sodass die Zunge die Atemwege nicht verlegt und Blut, Schleim oder Erbrochenes abfließen können.



Beatmung und Herzmassage

Der Mensch kommt 30 Tage ohne Essen, drei Tage ohne Wasser - aber nur drei Minuten ohne Sauerstoff aus.

Danach drohen Schäden, die nicht wieder gutzumachen sind.
ATEMSTILLSTAND besteht, wenn ein Mensch auf äußere Reize nicht richtig reagiert und wenn trotz freier Atemwege KEINE ATMUNG, wohl aber ein intakter Blutkreislauf feststellbar sind.
KREISLAUFSTILLSTAND besteht, wenn ein Mensch auf äußere Reize nicht richtig reagiert. ATMUNG und BLUTKREISLAUF sind nicht feststellbar.
In beiden Fällen ist sofort mit der Beatmung - wenn erforderlich - in Kombination mit der Herzmassage zu beginnen.

Nach den neuesten Regeln gilt:

 

30x Herzdruckmassage 

2x Beatmen

 


 

Blutstillung

Wenn Blut aus einer Wunde spritzt oder im Schwall austritt, spricht man von einer STARKEN BLUTUNG.
Wird diese Blutung nicht rechtzeitig gestillt, kann es unter dem Anzeichen eines schweren Schockzustandes (=Kreislaufversagen) zum Tod kommen.
Die Blutstillung erfolgt durch Fingerdruck, d.h. - keimfreie Wundauflage auf die stark blutende Wunde pressen - oder durch Anlegen eines Druckverbandes.



 

Schockbekämpfung

Bei Störungen der lebenswichtigen Funktionen z.B. durch starken Blutverlust, schwere Verletzungen oder Verbrennungen kann es zum SCHOCK kommen, der lebensbedrohend sein kann. Sofortmaßnahmen je nach Art der Verletzung:
Blutstillung, Schmerzlinderung, richtige Lagerung, Zudecken des Verletzten.



 

Richtige Erste-Hilfeleistung kann man nicht durch Lesen erlernen.

Wer verantwortungsbewusst ist, besucht daher einen Erste-Hilfe-Kurs oder zumindest einen Lehrgang über "Lebensrettende Sofortmaßnahmen".

Um die notwendige Sicherheit bei der Anwendung der Erste-Hilfe-Maßnahmen zu haben, sollten Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig auffrischen.

Erste-Hilfe-Kurse werden durch die Rettungsorganisationen abgehalten.

Für nähere Auskünfte wenden Sie sich an Ihre zuständige Rettungsdienststelle oder fragen Sie am Gemeindeamt nach.